top of page

Kardiale Stoßwellentherapie (CSWT): Neue Studiendaten zur Belastbarkeit, Symptomlinderung und Sicherheit

  • Autorenbild: Dr. med. Christian Meyer
    Dr. med. Christian Meyer
  • vor 2 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Was aktuelle Forschungsergebnisse zur CSWT bei refraktärer Angina pectoris zeigen

Bei vielen Patienten mit koronarer Herzkrankheit (KHK) lassen sich Beschwerden durch Medikamente, Katheter-Verfahren oder operative Eingriffe gut kontrollieren. Es gibt jedoch eine Patientengruppe, bei der diese Therapieoptionen ausgeschöpft sind. Menschen mit sogenannter refraktärer Angina pectoris leiden trotz leitliniengerechter Behandlung weiterhin unter belastenden Brustschmerzen, eingeschränkter Belastbarkeit und deutlichen Einschränkungen im Alltag.

Für diese Patienten rückt die Kardiale Stoßwellentherapie (engl.: Cardiac Shock Wave Therapy, kurz: CSWT) seit einigen Jahren zunehmend in den Fokus der medizinischen Forschung. Eine neue klinische Studie liefert nun weitere Daten dazu, welche Veränderungen unter dieser ambulanten, nicht-invasiven und für die Patienten sanften Therapie beobachtet werden können, die wir in unseren Schlosspraxen Meyer als erste niedergelassene Facharztpraxis im  deutschsprachigen Raum einsetzen.


Kardiale Stoßwellen-Therapie (CSWT)  – ein ergänzender therapeutischer Ansatz

Die Kardiale Stoßwellentherapie verfolgt ein anderes medizinisches Prinzip als klassische interventionelle Verfahren in der Kardiologie. Statt Engstellen mechanisch zu behandeln, zielt sie darauf ab, körpereigene Anpassungs- und Regenerationsprozesse im Herzmuskel anzuregen.

Die Behandlung erfolgt  rein ambulant, ohne Narkose und ohne operative Eingriffe. Niedrigenergetische Stoßwellen werden bei der CSWT-Therapie gezielt auf jene Areale des Herzmuskels appliziert, die eine eingeschränkte Durchblutung aufweisen. In der Forschung wird angenommen, dass diese mechanischen Reize Prozesse der Mikrozirkulation, der Gefäßneubildung und der endothelialen Funktion beeinflussen können.

Welche Bedeutung diese Effekte für die Patienten haben, lässt sich jedoch nicht allein theoretisch beantworten. Entscheidend sind klinische Studien.


Neue klinische Studie zur CSWT-Therapie bei refraktärer Angina pectoris

Die aktuelle Studie, veröffentlicht im Fachjournal „Vascular Health and Risk Management“, untersuchte die Wirksamkeit und Sicherheit der „Cardiac Shock Wave Therapy“ (CSWT) bei Patienten mit ischämischer Herzkrankheit und refraktärer Angina pectoris.

Eingeschlossen wurden 65 Betroffene, die für weitere Katheter-gestützte oder chirurgische Revaskularisationsverfahren nicht mehr geeignet waren. Die Nachbeobachtungszeit betrug sechs Monate. Erfasst wurden sowohl subjektive Beschwerden als auch objektive klinische, funktionelle und bildgebende Parameter.


CSWT-Studie zeigt: Weniger Angina-Symptome und geringerer Medikamentenbedarf

Ein zentrales Ergebnis der Studie betrifft die Häufigkeit von Angina-Anfällen. Vor Beginn der CSWT berichteten die Teilnehmenden im Mittel über mehrere Angina-Episoden pro Woche. Nach Abschluss der Behandlung ging diese Zahl deutlich zurück.

Parallel dazu verringerte sich auch der Bedarf an kurz wirksamen Nitraten, die häufig zur Akutbehandlung von Brustschmerzen eingesetzt werden. Diese Veränderungen deuten darauf hin, dass viele Patientinnen und Patienten im Alltag weniger belastende Symptome verspürten.

Auch die klinische Einordnung der Beschwerden verbesserte sich: Sowohl die CCS-Klassifikation der Angina pectoris als auch die NYHA-Einstufung der Belastbarkeit zeigten Verschiebungen hin zu milderen Stadien.

 

Ergebnis des Einsatzes der Kardialen Stoßwellen-Therapie: Verbesserte Belastbarkeit im Alltag

Neben den subjektiven Symptomen wurde auch die körperliche Leistungsfähigkeit der Studienprobanden objektiv untersucht. Im 6-Minuten-Gehtest, einem etablierten Maß für alltagsrelevante Belastbarkeit, legten die Studienteilnehmer nach der CSWT im Durchschnitt deutlich längere Strecken zurück als zuvor. Diese Ergebnisse sind klinisch relevant, da sie die funktionelle Leistungsfähigkeit im Alltag widerspiegeln und nicht nur Labor- oder Bildgebungsparameter abbilden.


Hinweise auf verbesserte Herzfunktion und Durchblutung durch die CSWT

Auch bildgebende Untersuchungen lieferten interessante Ergebnisse. In der Echokardiographie zeigten sich Verbesserungen der linksventrikulären Funktion, unter anderem gemessen an der Ejektionsfraktion und der globalen longitudinalen Dehnung (GLS).

Zusätzlich wurden nuklearmedizinische Untersuchungen (SPECT) durchgeführt, um die myokardiale Durchblutung zu beurteilen. Hier zeigte sich eine Reduktion von Perfusionsdefekten, insbesondere in zuvor schlecht durchbluteten Arealen. Diese Befunde sprechen für eine messbare Verbesserung der myokardialen Durchblutung unter CSWT.


Sicherheit und Verträglichkeit der Kardialen Stoßwellentherapie (CSWT) für die Patienten 

Ein wesentlicher Aspekt der Studie ist die Beurteilung der Sicherheit. In der Untersuchung traten keine schwerwiegenden Nebenwirkungen auf. Es wurden weder relevante Herzrhythmusstörungen noch behandlungsbedingte Komplikationen oder Todesfälle berichtet. Auch Marker für eine akute Herzschädigung blieben unauffällig. Damit bestätigt die Studie das bislang bekannte gute Sicherheitsprofil der CSWT.


Wie lassen sich diese Ergebnisse der neuen CSWT-Studie einordnen?

Bei der neuen Studie handelt es sich um eine einarmige klinische Untersuchung ohne Kontrollgruppe. Die Ergebnisse zeigen deutliche Verbesserungen, erlauben jedoch keine Aussagen im Sinne eines Wirksamkeitsnachweises nach arzneimittelrechtlichen Kriterien.

Gleichzeitig fügen sich die Daten jedoch konsistent in die bestehende internationale Studienlage ein. Zahlreiche Übersichtsarbeiten, Metaanalysen und aktuelle Leitlinien führen die CSWT als mögliche ergänzende Therapieoption bei refraktärer Angina pectoris auf, wenn etablierte Behandlungsverfahren ausgeschöpft sind.


CSWT und ihre Auswirkungen auf den Alltag behandelter Patienten

Wie sich die in Studien beschriebenen Effekte im Alltag anfühlen können, zeigt auch das Fallbeispiel eines Probanden, der in einer anderen Studie mit der Kardialen Stoßwellen-Therapie behandelt worden war. Dieser Patient mit langjähriger koronarer Herzkrankheit und ausgeprägter Angina pectoris berichtete vor Beginn der CSWT über eine stark eingeschränkte Belastbarkeit und regelmäßigen Bedarf an Akutmedikation.

Im Verlauf der Behandlung schilderte er eine schrittweise Abnahme der Angina-Anfälle sowie eine verbesserte Belastbarkeit im Alltag. Solche individuellen Erfahrungen decken sich mit den Ergebnissen aktueller klinischer Studien und tragen zur ärztlichen Einordnung dieser Therapie bei.


CSWT-Therapie: Was bedeuten die neuen Studienergebnisse für unsere Patienten?

Die vorliegenden Studiendaten zeigen, dass unter der Kardialen Stoßwellentherapie (CSWT) messbare Verbesserungen von Symptomen, Belastbarkeit und funktionellen Parametern beobachtet werden können. Diese Ergebnisse decken sich mit unseren eigenen Erfahrungen in den Schlosspraxen Meyer.  Die Autoren betonen allerdings auch, dass die CSWT derzeit noch keinen Ersatz für etablierte Therapien darstellt, sondern eine ergänzende Option für ausgewählte die Patienten sein kann.

Ob eine CSWT im individuellen Fall sinnvoll ist, hängt also von der jeweiligen Ausgangssituation, der bestehenden Herzerkrankung und einer sorgfältigen ärztlichen Abwägung in unserer Praxis ab.

Ausführliche Informationen rund um die Kardiale Stoßwellentherapie (CSWT) inklusive einer Studienübersicht, auf der auch diese neue Studie eingesehen werden kann, finden Sie übrigens auf unserer neuen Spezial-Website zur CSWT:



Kommentare


bottom of page